
25.05.2007
Es klingt ein bisschen gemein, aber hat sich nicht jeder von uns früher (heimlich) mal gewünscht, dass die Schule brennt und man deshalb nicht zur Schule gehen müsse?
Für einen Teil der Kinder und Jugendlichen vom Jugendhof Steinau ist dieser (Alb-)traum wahr geworden: In der Mühlenschule in Bad Bederkesa hat es in der letzten Woche in der Nacht auf Himmelfahrt einen großen Brand gegeben, wodurch ein Großteil der Schulräume und viele Schulsachen beschädigt oder zerstört wurden - und zurzeit nur noch knapp die Hälfte der Räume benutzt werden können. Der Schaden beläuft sich wohl auf ca. 700.000,00 Euro - ein Wahnsinn! Zurzeit gibt es für die Schülerinnen und Schüler nur gelegentlich Unterricht, für die nächsten Wochen sind Vormittags- und Nachmittagsunterricht geplant, so dass die Unterrichtsausfälle nicht zu viel werden.
Wie wichtig die Schule für die Schüler eigentlich ist, merken sie erst, wenn sie plötzlich nicht mehr regelmäßig hingehen können. Es fehlen Strukturen, regelmäßige Tagesabläufe, das Treffen mit den Klassenkameraden, auch der Unterricht selbst, über den sonst ja eher gestöhnt wird, aber er bietet den Rahmen für den Tag, in dem sich jeder bewegen muss.
Was tun mit all dieser Zeit? Langeweile und Unzufriedenheit breiten sich aus. Die Frage taucht auf: Wann können wir endlich wieder zur Schule gehen? Ein Gefühl von "Schul-Arbeitslosigkeit". Nur wenige unserer Kinder/ Jugendlichen schaffen es von sich aus, diese Zeit konstruktiv und positiv für sich zu nutzen. Auf Ferien kann man sich einstellen, dieses kam jedoch ungeplant von heute auf morgen. Wer dies einmal miterlebt hat, wünscht es sich kein zweites Mal.
Wir wünschen allen Lehrerinnen und Lehrern sowie den Schülerinnen und Schülern der Mühlenschule, dass sie diese schwierige Zeit miteinander gut meistern werden. Solche "Notzeiten" schweißen meist zusammen.
13.05.2007
"Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön, ... "
... und das Meer ist von uns aus nicht weit - Wohnen, wo andere Urlaub machen ...
An diesem Wochenende genossen wir eine Fahrt mit dem Schiff von Cuxhaven aus zu den Seehundsbänken. Sie wurde zum vollen Erfolg - trotz wetterlicher Kapriolen: Sonne, Wind, Regen, Hagel, Blitz und Donner. Das Schiff fuhr- entgegen unserer Erwartungen und Erfahrungen - die Elbe aufwärts Richtung Otterndorf in einer Nebenfahrrinne der Elbe zu den sich dort befindlichen Sandbänken. Die ersten Sandbänke kamen, alle organisierten sich die Ferngläser, die sich an Bord befinden - und es kamen "Oh - guck' mal da" - Rufe, "ich sehe schon ganz viele Seehunde". Beim näheren Hinfahren und Hinsehen flogen diese Seehunde plötzlich weg und entpuppten sich als Vögel. Wir fuhren weiter, schon etwas enttäuscht. Aber plötzlich: Ein Erster entdeckte sie: Vier Seehunde räkelten sich nun wirklich auf einer Sandbank. Und in der Ferne konnten wir weitere entdecken. Der Kapitän wendete das Schiff und fuhr dichter heran, was die Seehunde gar nicht störte. Wir konnten die Seehunde jetzt aus der Nähe betrachten, ein Erlebnis! Eine Weile ließ der Kapitän das Schiff nun treiben und erzählte viel über diese Tiere. Seehunde können im Wasser bis zu 45 h/km schnell schwimmen und tragen ihre Jungen 12 Monate aus. Sie kommen meistens im August zur Welt. Überraschend fanden wir, dass die Seehunde völlig ruhig und entspannt auf diesen Sandbänken in der Elbe lagen, wo doch sehr viel Schiffsverkehr an ihnen vorbeizieht. Aber der Kapitän erzählte auch, dass sie sehr neugierig seien - sicherlich wollen sie immer zuerst wissen, welche Schiffe nach Hamburg fahren und wann diese wieder auf Seefahrt gehen!
Jugendhof-Steinau
Blog Archiv Mai 2007